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Mittwoch, 4. Mai 2016

Aufgelesen (XV)

Terror ohne Grundlage im Islam

IslamiQ: Terroristische Anschläge verdichten den Generalverdacht gegenüber Muslimen. Wie kann man dem als muslimischer Bürger entgegentreten?

Aiman Mazyek: Indem man weiter klar aufzeigt, dass dieser Terror keine Grundlage in der Religion hat und dass die Mehrheit der Opfer dieses schrecklichen und menschenverachtenden Terrors weltweit Muslime sind.

Burhan Kesici: Genau. Außerdem sage ich immer, dass wir 4,5 Millionen Muslime in Deutschland haben und sehr friedlich miteinander leben. Wenn der Islam tatsächlich Gewalt von den Gläubigen gegenüber den anderen fordern würde, so wie es uns vorgeworfen wird, dann hätten wir eine ganz andere Situation in Deutschland.

IslamiQ, 1. Januar 2016

Wenn man aus der Bibel vorliest und behauptet: "Das steht im Koran"

Wie reagieren die Menschen, wenn man die Bibel als Koran verkleidet und ihnen daraus vorliest? Die holländischen Youtuber Alexander Spoor und Sacha Harland haben das auf den Straßen von Den Haag getestet: Sie lesen in ihrem "Holy Quran Experiment" Passanten besonders brutale Passagen aus der Bibel vor, die zu Gewalttaten, zur Unterdrückung der Frau oder zur Todesstrafe für Homosexuelle auffordern. Auf dem Buchdeckel steht in großer Schrift "De Heilige Koran". Die beiden jungen Männer fragen im Anschluss nach den Meinungen und Einschätzungen der Testpersonen. Die Reaktionen reichen von "Das ist lächerlich" bis hin zu "Wie kann man an so etwas glauben?" und "Der Koran ist viel aggressiver als die Bibel". Nach einigen Minuten wird die Situation dann aufgelöst. Die Passanten reagieren erstaunt, als sie erkennen, dass ihnen aus der Bibel vorgelesen wurde.

Zeit online, 10. Januar 2016

Der Islam und Gewalt

domradio.de: Warum es es eigentlich so, dass einem Europäer beim Stichwort Terrorismus zuallererst der Islam in den Sinn kommt?
Hamideh Mohagheghi (Islamische Religionswissenschaftlerin am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften der Universität Paderborn): Es ist leider so, dass in den letzten Jahren tatsächlich die Aktivitäten oder terroristische Anschläge von muslimischen extremen Gruppierungen sehr stark im Fokus der Medien sind. Es ist klar, dass man damit auch sehr stark jede Form von Gewalt mit den Muslimen verbindet.

Dom-Radio, 18. Janaur 2016

Größter Unterschied bei Geschlechterrollen

Der World Values Survey untersucht regelmäßig die Wertvorstellungen in verschiedenen Ländern der Welt. Was die Menschen in der islamischen Welt dieser Studie zufolge am meisten vom Westen trennt, ist nicht ihre Einstellung zu demokratischen Werten, sondern ihre Vorstellungen von Geschlechterrollen und Sexualität. Die Silvesternacht von Köln war im Grunde eine szenische Umsetzung dieses Befunds: Männer, die hierher kamen, weil sie in Freiheit leben wollen, zeigten überdeutlich, dass ihre Vorstellungen von Frauen und Sexualität nicht zu unserer Realität passen.


Frauen im Koran und in der Bibel

Das “Cicero”-Interview mit Peter Sloterdijk (“Es gibt keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung.”) ist in den Medien bereits ausreichend gewürdigt worden, seine Pegida-nahen Thesen sollen hier nicht wiederholt werden. In der Januar-Ausgabe dieses Magazins geht es aber auch um die Frauen-Rolle im Islam. Der Politik-Wissenschaftler und Autor Hamed Abdel-Samad meint: “Eine Religion, die die Frau entweder als Besitz oder Gefahr sieht, ist Teil des Problems.”
Hier weiter nachdenken, 1. Februar 2016

Youtuber erklären den Islam

Was steckt hinter dem Begriff Dschihad? Und ruft der Koran zur Gewalt auf? Gemeinsam mit prominenten Youtubern will die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) mit Erklärvideos im Internet zu einem besseren Verständnis des Islam beitragen. „Wir wollen das Netz nicht dem Hass und den Extremisten überlassen“, erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU).

Schweriner Volkszeitung, 8. Februar 2016

Zwei werfen sich die Bälle zu

Mindestens genauso grotesk wie die Szenen mit James mutet der Monolog Kienzles über den Islam und die Entstehung des Islamismus an, bei dem Lanz Kienzle immer wieder durch bestätigende Zwischenkommentare die Bälle zuspielt. Es scheint als hätten sich da zwei gesucht und gefunden. Weshalb Lanz sich so auf die Seite von Kienzle schlägt, ist nicht zu erklären. Vermutlich hat er ähnlich wie Kienzle bis jetzt wenig Erfahrung mit den Repressionen denen viele Frauen im Islam ausgesetzt sind.

Tichys Einblick, 12. Februar 2016

Übergriffe häufen sich

Es war gegen 21.45 Uhr, als eine Überwachungskamera am 31. Januar 2016 zwei vermummte Gestalten nahe der Yunus Emre Moschee im saarländischen Neunkirchen erfasste. Die beiden Unbekannten bewegten sich auf die Moschee zu, holten plötzlich zwei Flaschen hervor, zündeten den in Benzin getränkten Stofflappen im Flaschenhals an und warfen den Molotow-Cocktail in den Hof der Moschee. Die Brandsätze gingen in Flammen auf, verletzt wurde jedoch glücklicherweise niemand.

Rheinische Post, 24. Februar 2016

Gleichberechtigung ist möglich

Gleichberechtigung im Islam ist möglich, davon ist Sineb El Masrar überzeugt. Seit Jahren tritt die deutsche Publizistin mit marokkanischen Wurzeln für die Freiheit muslimischer Frauen und gegen Ausgrenzung ein.

Bayerischer Rundfunk, 26. Februar 2016

Der Salafisten-Prediger Pierre Vogel und "Bild"
Jetzt taucht im Netz ein Video von Pierre Vogel auf. Er meldet sich aus Frankfurt, hat die “Bild”-Zeitung in der Hand, die behauptet, dass die 15-jährige Messerstecherin aus dem Hauptbahnhof zu Hannover ihre “Terror-Laufbahn mit 7” begonnen habe. Veröffentlicht wird ein Foto von Pierre Vogel, daneben steht ein Foto von Safia. Das Video hat den Titel “Safia aus Hannover und das Messer”.
Hier weiterlesen, "Tjadens Welt", 4. März 2016 

Kein Islam bei Facebook

Islam erwischte es Mitte Februar, als er, gerade auf einer Konferenz in München, die Facebook-App auf dem Handy öffnete - ein Routine-Fingertipp also, wie so oft, Tag für Tag. Nun legte sich aber ein Sperrbildschirm über die App, Islam sollte seinen Namen bestätigen, er tippte ihn ein. Vorname, Mittelname, Nachname. Doch jedes Mal bekam er die Antwort: Der Name verstoße gegen die Namensrichtlinien. So erzählt es der 33-Jährige.

Spiegel online, 8. März 2016

Islam und Frauenrechte kein Widerspruch

Islam und Frauenrechte seien kein Widerspruch, sagte die Publizistin Sineb El Masrar im Deutschlandfunk. Es gebe aber zu wenige Muslime, die öffentlich für ein anderes Frauen- und Männerbild stritten. Die muslimischen Verbände in Deutschland kritisierte sie scharf.

Deutschlandfunk, 29. März 2016

Kein Grund zur Angst

Die Angst vor einer übermächtigen Welle des Islam, die Deutschland überrollen könnte, wollte Pfarrer Dr. Ludger Kauling, nicht gelten lassen. Wer sich davor fürchte, müsse zunächst die Frage stellen, wie stark die eigene Identität und der eigene Glaube sei. 

Halbwissen über den Islam

Auch das Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland sieht die islam-kritischen Äußerungen von AfD-Spitzenpolitikern mit Sorge.

Präsident Sternberg sagte im Kölner Domradio, die Partei spreche mit einem sehr schwachen Halbwissen über den Islam - eine große Weltreligion, die natürlich sehr differenziert sei. Ebenso rede die AfD mit Halbwissen über die christlich fundierte Kultur Europas. Diese sei auch nicht so schlicht, wie die AfD sie beschreibe. Sternberg betonte, es werde wohl niemand mehr bestreiten, dass Muslime zu Deutschland gehörten, ebenso wie der Islam. Das geplante AfD-Parteiprogramm setze auf den Beifall einer breiten Öffentlichkeit - und argumentiere daher mit Parolen.

Die AfD-Vizevorsitzende von Storch hatte erklärt, der Islam sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar und damit bundesweit Kritik auf sich gezogen, unter anderem von muslimischen Verbänden.

Deutschlandfunk, 18. April 2016

Auch der Himmel wird bunt

Nicht nur hier unten, auf den Straßen und Plätzen, auch im Himmel über Deutschland geht es zunehmend bunt zu. "Deutschland ist demografisch zu einem multireligiösen Land geworden", verkündet Christine Langenfeld, Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), bei der Vorstellung des SVR-Jahresgutachtens mit dem Titel "Viele Götter, ein Staat: Religiöse Vielfalt und Teilhabe im Einwanderungsland".

Die Welt, 26. April 2016

Demokratie und Islam kein Widerspruch

"Der Islam gehört nicht zu Deutschland", behauptet die AfD. Dabei gibt es zahlreiche Beispiele, die das Gegenteil beweisen. An den deutschen Hochschulen etwa. Vier Zentren für Islamische Theologie sind dort - mit Unterstützung der Bundesregierung - nach und nach entstanden. In Niedersachsen wird seit fast vier Jahren an der Universität Osnabrück Islamische Theologie gelehrt. Und zwar erfolgreich. Trotz aller Debatten um den Islam in Deutschland.

NDR, 4. Mai 2016

Aufgelesen (XVI)

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Aufgelesen (VIII)

"Keine Hass-Ideologie"

Außer in Frankfurt gibt es noch vier Standorte für islamisch-theologische Studien in Deutschland. Aus Anlass des Kongresses gaben Agai und die Vertreter des Fachs aus den anderen Universitäten eine Stellungnahme ab, in der sie „Terror des so genannten Islamischen Staats“ und „Deutungen, die den Islam zu einer archaischen Ideologie des Hasses und der Gewalt pervertieren“, scharf verurteilen. Die Deutungshoheit über den Islam dürfe nicht Extremisten und Gewalttätern überlassen werden und müsse in Deutschland aus der Mitte der Gesellschaft heraus erfolgen, unter anderem an den Universitäten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. September 2014

Interview mit Koran-Expertin Neuwierth

Ganz klar handelt es sich hier um einen Missbrauch des Islam. Das Kriegsrecht, das es im Islam auch gibt, hat überhaupt nichts damit zu tun. Das erinnert eher an die frühislamische Sekte der Charidschiten aus dem 7. Jahrhundert, die mit ähnlich triumphalen Gestus roheste Gewalt anwendete. Sie hat mit extremer Grausamkeit alle nicht zur eigenen Gruppe gehörenden Muslime systematisch verfolgt. Damals ließ man aber Andersgläubige, Christen und Juden, unbehelligt. Die mussten nicht dafür bestraft werden, dass sie sich der radikalen Sekte nicht anschlossen. So etwas wie IS hat es sonst in der gesamten islamischen Geschichte nie gegeben, schon gar nicht unter dem Deckmantel der islamischen Religion.

Mittelbayerische, 15. September 2014

Zerschlagenes Porzellan wieder kitten

Hannover - 16. September 2014. Der Aufbau eines Präventionsangebots für die Angehörigen junger Menschen, die in neosalafistischen Extremismus und Gewalt abzudriften drohen, schreitet voran. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt hat in einem weiteren Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der muslimischen Verbände DITIB und SCHURA die Grundzüge einer solchen Beratungsstelle festgelegt. Es besteht Einigkeit, dass eine solche Präventionsstelle in freier Trägerschaft unter Beteiligung der Verbände eingerichtet wird.

Die Sozialministerin und die Vertreterinnen und Vertreter muslimischer Verbände waren sich bei der Zusammenkunft im Niedersächsischen Sozialministerium am Montagabend auch einig in der Frage, dass eine solche Präventionsstelle mit Beschäftigten besetzt werden muss, die sich mit den Lebenswelten der Muslime in Niedersachsen gut auskennen. Der Islamwissenschaftler Rauf Ceylan von der Universität Osnabrück soll den Aufbau der Präventionsstelle wissenschaftlich begleiten, zu der nächsten für Oktober geplanten Zusammenkunft wird er eingeladen. Es geht nun auch konkret um die Frage, wer Träger der Präventionsstelle in Niedersachsen wird und wie eng die Kooperation mit benachbarten Bundesländern aussehen soll.

Der SCHURA-Vorsitzende Avni Altiner erklärte nach dem Gespräch: "Die Vorgängerregierung hat viel Porzellan zerschlagen, das wir nun wieder aufkehren müssen. Es ist gut, dass die Präventionsarbeit jetzt beim Sozialministerium angesiedelt ist." Sozialministerin Cornelia Rundt freute sich über die Fortschritte bei den Gesprächen: "Schon jetzt ist klar, dass Stigmatisierungen der Gesamtheit der Muslime, wie sie die Vorgängerregierung mit Extremisten-Checklisten und Moscheekontrollen betrieben hat, ein Ende haben. Die muslimischen Verbände werden nun eng eingebunden in die Präventionsarbeit, die damit besser akzeptiert und wesentlich erfolgversprechender aufgestellt sein wird."

Der DITIB-Vorsitzende Yilmaz Kilic ergänzte: "Die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz aber auch das Vertrauen der Muslime in eine Präventionsstelle ist eine der tragenden Säulen für das geplante Beratungsangebot."

Schon jetzt stehen Beratungshotlines bereit, die von betroffenen jungen Menschen sowie deren Familienangehörigen, Freundinnen und Freunden, Lehrerinnen und Lehrern sowie Kolleginnen und Kollegen angerufen werden können:

- Hotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge 0911 943 43 43 oder beratung@bamf.bund.de

- Die DITIB (Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion) in Niedersachsen bietet außerdem ein eigene Hotline für Familien- und Sozialberatung an, an die sich Interessierte wenden können: 0221 3555590.

Volle Vielfalt voraus

Rund 40 junge Hanseaten mit und ohne muslimischen Hintergrund werden an der ersten Jungen Islam Konferenz (JIK) in Hamburg teilnehmen. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) eröffnet die Veranstaltung am Sonnabend unter dem Motto "Volle Vielfalt Voraus", wie der Senat am Montag in Hamburg ankündigte.

Hamburger Abendblatt, 22. September 2014

Religionsgelehrter vs USA

Der katarische Religionsgelehrte Yusuf al-Qaradawi zeigte sich über die von den Amerikanern geführte Allianz gegen den "Islamischen Staat" wenig erfreut. Er sei gegen die Ideologie des IS und seine Vorgehensweise gleichermaßen. "Aber ich werde nie zustimmen, dass das Land, das den IS bekämpfen sollte, die Vereinigten Staaten sind. Sie lassen sich nicht von islamischen Werten, sondern von eigenen Interessen leiten, und zwar selbst dann, wenn Blut vergossen wird." So twitterte es der inzwischen 88-Jährige in die Welt hinaus - was für große Aufregung sorgte, denn Al-Qaradawi ist mit seiner auf Al-Dschasira ausgestrahlten Fernsehsendung "Al-Sharia wa´l hayat" ("Die Scharia und das Leben") einer der populärsten Fernsehprediger der arabischen Welt.

Deutsche Welle, 25. September 2014

Irritierender Auftritt von Kamouss

Es ist in diesen Tagen schwer, über den Islam zu reden, ohne dabei die Bilder brutalen Mordens im Kopf zu haben - es sei denn, man ist der Imam Abdul Adhim Kamouss. Nein, ein Hassprediger ist er nicht, sondern, ganz im Gegenteil, ein Friedensprediger, doch das macht seinen Auftritt bei Günther Jauch nicht weniger irritierend.

stern online, 29. September 2014 

Warum streng gläubig?


Experten geben unterschiedliche Antworten auf die Frage, warum auch in Deutschland aufgewachsene Mädchen plötzlich besonders streng gläubig oder gar radikal werden. Manchmal sei es für sie eine Möglichkeit der Kontrolle des allmächtigen Vaters oder Bruders zu entkommen, sagt Ahmad Mansour von der Beratungsstelle Hajat. So haben sie etwas eigenes, das man ihnen nicht verbieten könne. Auch Götz Nordbruch, der Präventionsarbeit in Schulen und im Internet macht, gibt an, ein Drittel bis ein Viertel der Klientel von ufuq.de seien Mädchen.

Zeit online, 4. Oktober 2014

Anschläge auf  Moscheen

Hannover - 7. Oktober 2014. „Politisch unverbesserliche Außenseiter haben in Hannover und Delmenhorst grob die Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders verletzt." Das sagt Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt mit Blick darauf, dass in Delmenhorst ein Schweinekopf und in Hannover-Stadthagen eine diffamierende Puppe vor Moscheen abgelegt worden sind. Im September war ein Molotow-Cocktail vor einer Moschee in Oldenburg zerplatzt. Gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden der Ditib (Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.), Yilmaz Kiliç, verurteilt sie die Tat Unbekannter. Rundt: „Wir versichern den verständlicher Weise gekränkten Muslimen in Delmenhorst und Hannover, dass wir diese Art der Verunglimpfung von Bürgerinnen und Bürgern verurteilen und dagegen vorgehen werden." Es handele sich nicht um einen Dumme-Jungen-Streich, sondern um eine vermutlich politisch motivierte Tat, deren Hintergründe nun ermittelt werden müssten, so Rundt.

Yilmaz Kiliç sagte: „Wir sind zutiefst bestürzt und empört, dass die Anschläge in den letzten Wochen zugenommen haben und die Vorgehensweisen parallele Strukturen aufweisen." Er sei jedoch froh, dass sich die betroffenen Gemeindemitglieder nicht provozieren lassen, so der Ditib-Landesvorsitzende. „Wir hoffen nun darauf, dass die Sicherheitskräfte und die anderen zuständigen Stellen alles Mögliche tun werden, um für Aufklärung zu sorgen und dabei die notwendige Sensibilität zu zeigen." Kiliç betonte, dass nun die Zeit „der Solidarität und des Hinschauens" sei: „Wichtig ist, den Respekt gegenüber den Muslimen in der Gesellschaft nicht erschüttern zu lassen und dort auf Augenhöhe weiter zu machen, wo man war."

Auch Cornelia Rundt, die in der Landesregierung für die Umsetzung von Projekten für und mit Migrantinnen und Migranten zuständig ist, möchte, dass die insgesamt positive Entwicklung nicht durch derartige Attacken in Mitleidenschaft gezogen wird. „In Niedersachsen setzen wir auf die Willkommenskultur - Menschen mit anderer kultureller oder religiöser Prägung werden als Bereicherung verstanden, ihnen muss die volle Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben gewährt werden." Vor diesem Hintergrund stellt die Sozialministerin klar: „Ausländerfeindlichkeit ist nicht nur verabscheuenswürdig, sie offenbart auch die Unkenntnis und Unreife derer, die sie verbreiten."

Weg von radikalen Deutungen

Der Berliner Diplompsychologe Ahmad Mansour will muslimischen Jugendlichen helfen, sich von erzkonservativen oder radikalen Deutungen ihrer Religion zu lösen. Ein Gespräch.

Deutsche Welle, 15. Oktober 2014

Mehr Islam hilft gegen Islamismus

Was auch immer bislang rätselhaft bleibt an den Beweggründen derer, die vom frommen Terror fasziniert sind, in einem sind sich die Beobachter einig: Sie haben allesamt wenig oder keine Ahnung vom Islam. Sie wissen so gut wie nichts von der Geschichte des Maghreb oder des Nahen und Mittleren Ostens. Ahnungslos steigen sie, verbal oder real, auf das Abenteuer primitiver Gotteskrieger ein. Gegen Ahnungslosigkeit aber ist der Mensch nur mit Ahnung gewappnet, besser noch: Mit Wissen.

Der Tagesspiegel, 20. Oktober 2014

Aufgelesen (IX)

Donnerstag, 28. August 2014

Aufgelesen (VII)

Hetze gegen den Islam

Am Samstagnachmittag kam der radikale Islam-Prediger Pierre Vogel nach Nürnberg. Der 2001 konvertierte deutsche Ex-Boxer sprach in einem durch spanische Reiter abgegrenzten Bereich zu etwa 150 konservativen Religionsanhängern. Der erwarteten Hasspredigt stellten sich neben einer liberalen Gruppe auch rechte Gruppierungen entgegen, die mit Plakaten und Sprechchören gegen den Islam hetzten.

Nordbayern, 4. Mai 2014

Wie geht Islam?

Geduldig erklärt Burhan Ocar nach dem Gebet seine Religion und deren Regeln. Warum die Moschee so schlicht ist, was die Gebetsnische bedeutet, welche Rolle der Imam spielt. All das ist Teil vom katholischen Bildungszentrum angebotenen zweitägigen Kurses "Wie geht Islam?"

Deutschlandradio Kultur, 7. Mai 2014

AfD setzt auf Feindbild Islam

Grünen-Landeschefin Monika Düker hat der Alternative für Deutschland (AfD) vorgeworfen, „mit rassistischen Positionen“ Vorurteile und Ängste gegen Zuwanderung und Islam zu bedienen. Der „Wahlkampf der AfD ist am Muster rechtspopulistischer Parteien ausgerichtet und macht mit nationalistischen Tönen Front gegen die EU“, sagte Düker unserer Zeitung. Die Alternative für Deutschland setze auf das Feindbild Islam, stelle sich gegen Zuwanderung und wettere gegen Schwule und Lesben. Mit Slogans wie „Der Euro ruiniert Europa“ schürt die AfD aus Sicht Dükers Bedrohungsängste und werfe die europäische Einigung um Jahre zurück.

WAZ, 19. Mai 2014

Ultrakonservative Strömung

Der am Mittwoch veröffentlichte Verfassungsschutzbericht stellt fest, dass Hannover landesweit einer der Schwerpunkte der salafistischen Szene ist. Der Salafismus gilt als ultrakonservative Strömung innerhalb des Islam. Die Anhänger versuchen nach Einschätzung der Verfassungsschützer, durch Predigten, Vorträge und öffentliche Aktionen zu missionieren und Propaganda zu verbreiten.

NDR, 21. Mai 2014


Wulff führt den Islam ein

Viele Menschen fragen sich, wer dieser Christian Wulff eigentlich war. Experten glauben, Wulff ist der Ex-Mann von Bettina Wulff, und die war mit einem Bundespräsidenten verheiratet und hat auch ein Buch geschrieben.

Genau wie Rainer Brüderle, aber der hatte nichts mit Bettina Wulff, weil die kein Dirndl ausfüllen konnte. Christian Wulff hat auch nie ein Dirndl ausgefüllt, aber das höchste Staatsamt, und damals hat er den Islam in Deutschland eingeführt.

Die Welt, 30. Mai 2014

Salafismus kein wichtiges Thema

Der radikale Salafismus scheint unter Muslimen kein wichtiges Thema zu sein. Er ist weit weg von der gängigen religiösen Praxis. Aber es gibt auch warnende Stimmen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Juni 2014

Was Schiiten und Sunniten unterscheidet

Die weltweite islamische Religionsgemeinschaft teilt sich in mehrere Gruppen, von denen die der Sunniten die mit Abstand größte ist: Etwa 90 Prozent der Muslime weltweit gehören ihr an.

Süddeutsche Zeitung, 16. Juni 2014

Immer noch diskriminiert

Die Muslime in Europa gehören inzwischen zu einem selbstverständlichen Teil der hiesigen Gesellschaft. Dennoch sind sie zahlreichen Diskriminierungen und teilweise systematischen Ausgrenzungen ausgesetzt. Gerade bei der Diskussion um berechtigte Anerkennungsforderungen zeigt sich, dass sie noch nicht als gleichberechtigte Staatsbürger wahrgenommen werden. Sie werden immer wieder verallgemeinernd im Zusammenhang mit Extremismus, Parallelgesellschaften und Sicherheitsbedenken thematisiert. 

Islam IQ, 24. Juni 2014


Niedersächsische Landesregierung antwortet auf mündliche Anfrage
Islamwissenschaften an der Universität Osnabrück
27. Juni 2014. Bei der Etablierung der Islamischen Religionspädagogik und Theologie handelt es sich um eine für Niedersachsen im bundesweiten Kontext überregional sichtbare und auch für das Land selbst bedeutende Initiative.

Niedersachsen hat sich im Rahmen der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz bereit erklärt, als zentraler Standort in den norddeutschen Bundesländern für die Ausbildung insbesondere von Lehrkräften für den islamischen Religionsunterricht zu fungieren.

Islamische Religion ist als ordentliches Unterrichtsfach für Grundschulen sowie für die Sekundarstufe I eingerichtet, so dass auch in Niedersachsen selbst ein erheblicher Bedarf an Religionslehrkräften besteht, die ausschließlich in Osnabrück ausgebildet werden können.

Die Universität Osnabrück hat in einer vergleichsweise kurzen Zeit eine hervorragende Aufbauarbeit geleistet. Das Institut kann bundesweit als modellhaft für eine gelungene Etablierung von Islamischer Theologie und Religionspädagogik bezeichnet werden. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Berufung von Professuren, des Aufbaus von Nachwuchsgruppen, der Einrichtung von theologischen und lehramtsbezogenen Studiengängen, des Weiterbildungsangebotes für Imame und Betreuungspersonal in Moscheegemeinden, der durchgeführten Fachtagungen als auch des sehr intensiven Wissenstransfers in die Gesellschaft hinein. Darüber hinaus ist es der Universität in lobenswerter Weise gelungen, den besonderen staatskirchenrechtlichen Erfordernissen eines solchen Angebotes gerecht zu werden; die Zusammenarbeit mit dem konfessorischen Beirat, in dem u. a. die großen muslimischen Verbände DiTIB und Schura Niedersachsen e.V. vertreten sind, ist konstruktiv und hat dazu geführt, dass sowohl die bisherige Besetzung der Professuren als auch das Lehrangebot mit den Vertretungen der Religionsgemeinschaft - im Rahmen der bestehenden Mitwirkungsrechte - einvernehmlich abgestimmt werden konnte.

Dieses vorausgeschickt, werden die Fragen namens der Landesregierung wie folgt beantwortet:

1. Wie bewertet die Landesregierung die bisherigen Entwicklungen nach rund drei abgeschlossenen Semestern, und wie kann sich das Fach Islamische Theologie nach Ansicht der Landesregierung weiterentwickeln?

Angesichts der bereits erzielten Erfolge, der wissenschafts- und integrationspolitischen Bedeutung des Vorhabens, der bestehenden Erwartungen in den anderen norddeutschen Ländern hinsichtlich der Ausbildung von Lehrkräften sowie der bundesweiten Sichtbarkeit ist die Landesregierung davon überzeugt, dass das Institut die erfolgreiche Arbeit auch nach Abschluss der laufenden Projektförderung fortsetzen sollte. Die Landesregierung wird das Institut daher auch weiterhin konstruktiv unterstützen.

2. Wie konstituiert sich die Struktur der Studierenden (Anzahl, Geschlecht, Herkunft, religiöser Hintergrund)?

Das Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück bietet gegenwärtig insgesamt drei Studiengänge an. Hierbei handelt es sich um den Teilstudiengang „Islamische Religion" (im 2-Fach-Bachelor mit Lehramtsoption „Bildung, Erziehung und Unterricht") für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen sowie für das Lehramt an Realschulen (seit WS 2012/13), den fachwissenschaftlichen Bachelor „Islamische Theologie" (ebenfalls seit 2012/13) sowie den Masterstudiengang „Islamische Religionspädagogik" als Drittfach im Lehramt für Grund- und Hauptschulen (seit WS 2007/08).
Im Wintersemester 2013/14 waren insgesamt 184 Studierende in den Studiengängen eingeschrieben, darunter 130 Studierende mit deutscher Staatsangehörigkeit sowie 54 Studierende mit anderer Staatsangehörigkeit, u. a. der Türkei, Bosnien-Herzegowinas und Österreichs. Von den 184 Studierenden waren 109 weiblich und 75 männlich. Die Religionszugehörigkeit bzw. der „religiöse Hintergrund" sind nicht Gegenstand der statistischen Erfassung und kein Kriterium für die Aufnahme eines o. g. Studiengangs.

3. Wie positioniert sich die Landesregierung gegenüber der Ausbildung von Imamen in Osnabrück, und wie bewertet sie den Vorschlag, Imame aus der Türkei zu rekrutieren?

Die Landesregierung bewertet den Studiengang „Islamische Theologie" u.a. vor dem Hintergrund der zu vermittelnden Kompetenzen und der potenziellen Berufsfelder, die sich den Absolventinnen und Absolventen eröffnen. Zielsetzung des Studiengangs „Islamische Theologie" ist die Vermittlung von Kompetenzen in den relevanten islamischen Wissenschaftsdisziplinen im Rahmen eines vergleichend aufgebauten Studiums (Judentum, Christentum, Islam) der islamischen Theologie und Religionspädagogik.

Die Aneignung interreligiöser Kompetenzen und Interdisziplinarität erfolgt durch die Rückbindung der Theologie an ihre religionspädagogische Vermittlung, die Migrationsforschung und gegenwartsbezogene Islamforschung in Deutschland und Europa.

Der Studiengang Islamische Theologie qualifiziert insbesondere für Tätigkeitsfelder im theologischen, religions- und gemeindepädagogischen sowie seelsorgerischen Bereich, etwa für Moscheegemeinden sowie für andere soziale und religiöse Einrichtungen. Weitere Berufsfelder liegen in sozialen und kreativen Bereichen, der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, in staatlichen Behörden als auch in Nichtregierungsorganisationen. Außerdem befähigt das Studium zur Mitarbeit in Projekten zur Stärkung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs, in Kunst- und Kulturprojekten oder zu Tätigkeiten in Medien und Öffentlichkeitsarbeit. Ein zentrales Ziel des Studiengangs bildet ferner die Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der islamischen Theologie.

Die im Studiengang vermittelten Kompetenzen sind aus Sicht der Landesregierung insofern auch für Aufnahme einer konfessionsgebundenen Berufstätigkeit hilfreich und geeignet. Die Frage, welches Personal z.B. in Moscheegemeinden tätig wird und welche Qualifikationsanforderungen für dieses Personal zu stellen sind, ist nicht durch die Landesregierung zu beantworten, sondern obliegt als originäre Entscheidung der Religionsgemeinschaft.

Ein Vorschlag, „Imame aus der Türkei zu rekrutieren", liegt der Landesregierung nicht vor.

Koran gefälscht?

Eine Minderheit der Muslime dachte anders. Sie befand, dass der Nachfolger Mohammeds aus dessen Familie kommen muss. In Ihren Augen kam dafür zu diesem Zeitpunkt nur Ali infrage - der Neffe Mohammeds. Gott selbst habe Ali als Nachfolger ausgewählt, behaupteten die Anhänger der "Schiat Ali", der "Partei Alis", die Schiiten. Mohammed hätte es genauso aufgeschrieben - hätten die Sunniten nicht den entsprechenden Auszug aus dem Korantext gestrichen. Es ist ein starker Vorwurf - nämlich der Koranfälschung -, mit dem die Schiiten die Stimmung aufladen.

ntv, 1. Juli 2014

Ex-Bundespräsident spricht über Islam

Bei einem seiner ersten Auftritte seit seinem Freispruch spricht Ex-Bundespräsident Christian Wulff heute über das prägende Thema seiner Amtszeit, den Islam.

Stern online, 10. Juli 2014

Bekehrung von innen

Aber nicht alle Salafisten sind militant. Selbst die Behörden gehen davon aus, dass die nicht-gewaltbereiten Salafisten die meisten Anhänger haben. Der Organisationsgrad dieser sogenannten Puristen ist niedrig und die Strukturen deshalb schwer zu durchschauen. Sie nehmen den Koran wörtlich und meinen, die wahre Religion gefunden zu haben. Sie wollen nicht das System umstürzen, sondern es vielmehr von innen heraus bekehren. Puristen veranstalten deshalb Islamkurse oder Diskussionsrunden mit harmlosen Titeln. Titeln wie "Islam und Christentum".

Zeit online, 18. Juli

Statement der niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, zum Ramadanfest

„Zum Ramadanfest gratuliere ich allen Musliminnen und Muslimen von ganzem Herzen und wünsche ihnen besinnliche Feiertage. Wir drücken heute unseren muslimischen Mitbürgerin­nen und Mitbürgern Respekt und Freundschaft aus. Das friedliche Zusammenleben und das Zusammenwachsen von Menschen unterschiedlicher Religionen ist gerade in der heutigen Zeit eine der Schlüsselaufgaben für uns in Niedersachsen. Der gelebte interreligiöse Dialog in Niedersachsen trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und voneinander zu lernen. Ich wünsche den Muslimen von Herzen ein gesegnetes Zuckerfest."

28. Juli 2014

BamS-Kommentar löst Empörung aus

In einem Kommentar der "Bild am Sonntag", mit rund 1,2 Millionen verkaufter Exemplare die meistgelesene deutsche Sonntagszeitung, wird der Islam pauschal als Integrationshindernis dargestellt. Der Autor, Nicolaus Fest, stellvertretender Chefredakteur des Blattes, bezeichnet sich selbst als "religionsfreundlichen Atheisten". Mit Juden, Christen, Buddhisten - so der Kommentator - habe er keine Probleme, wohl aber mit dem Islam. Junge Muslime in Deutschland seien überproportional kriminalistisch auffällig, er störe sich auch an der totschlagbereiten Verachtung des Islam gegenüber Frauen und Homosexuellen.

Deutsche Welle, 28. Juli 2014

Institut für Islamische Theologie langfristig sichern

5. August 2014. Die Niedersächsische Landesregierung macht sich für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern für den Islamischen Religionsunterricht und islamischen Theologinnen und Theologen stark. „Wir werden die wichtige Arbeit des Instituts für Islamische Theologie langfristig sichern", sagte die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. Die Finanzplanung des Landes sieht in den kommenden vier Jahren den Einstieg in eine dauerhafte Landesförderung vor. Für diesen Zeitraum sind für das Institut Landesmittel in Höhe von etwa vier Millionen Euro eingeplant. Dauerhaft soll die Universität Osnabrück rund 1,4 Millionen Euro jährlich für das Institut für Islamische Theologie (IIT) erhalten.

Die Ministerin besuchte das Institut heute im Rahmen ihrer Sommerreise. Dabei kam sie mit Lehrenden und Studierenden ins Gespräch. „Die Einrichtung leistet einen hervorragenden Beitrag zur Integrationspolitik in Deutschland. Die Islamische Religion als Unterrichtsfach anzubieten, ist ein wegweisender Schritt in die richtige Richtung", so Heinen-Kljajić in Osnabrück.

„Es freut mich sehr, dass das Land Niedersachsen die wissenschaftliche Rolle unseres Instituts anerkennt und durch die finanzielle Förderung die Verstetigung der Arbeit gewährleistet wird. Für uns sind diese politische Entscheidung und der Besuch der Ministerin eine Honorierung unserer Aufbauleistung. Hierfür möchte ich mich herzlich bedanken", sagte der stellvertretende Direktor des Instituts, Prof. Dr. Rauf Ceylan, während des Besuchs.

Hort der Zivilisation 

Tatsächlich war der Islam in seiner Blütezeit vom 9. bis 14. Jahrhundert alles andere als rückschrittlich, fanatisch oder intolerant. Nachdem die Araber im Namen Allahs den Nahen Osten, Persien, Nordindien und Nordafrika unterworfen hatten, bildeten sie stabile Reiche, die technologisch, administrativ, wirtschaftlich, vor allem aber wissenschaftlich an der Spitze der Weltzivilisation standen. Besser als die damaligen etablierten Mächte Byzanz, China und Indien, weit vor dem christlichen Westen.

Rheinische Post, 15. August 2014

Vor dem Heiligen Krieg Bestellung bei Amazon

Sie reisen aus ihrer sicheren Heimat nach Syrien und in den Irak, um in den Heiligen Krieg zu ziehen. Doch wofür genau sie da eigentlich kämpfen werden, wissen viele europäische Dschihadisten offenbar nicht. Deshalb bestellen sie vor Reiseantritt noch schnell „Islam für Dummies“ bei Amazon.

Focus, 26. August 2014


Sonntag, 2. Juni 2013

Aufgelesen

Das Gemeinsame suchen

Rückblende: Bei einem Stadtbummel durch Hannover stehen meine beiden Begleiter und ich plötzlich vor einer Koranschule, ein Mann bittet uns herein. Vor uns sitzt rund ein Dutzend Kinder, der Koranlehrer fragt mich: “Wollen Sie etwas wissen?” Also frage ich die Kleinen, woher sie kommen. Begeistert erzählen sie von den Städten, in denen sie geboren sind. Auf die Frage, ob es in der Bibel und im Koran Geschichten gibt, die sich ähneln, reagieren die Kinder ein wenig irritiert. Gemeinsam entdecken wir Verbindendes. Dann stelle ich eine Frage, die den Koranlehrer schmunzeln lässt: “Meint ihr wie ich, dass Jesus vor Mohammed gewarnt hätte, wenn er der Meinung gewesen wäre, dass dieser Prophet eine Gefahr darstellt?” Ein paar Kinder lachen. “Seht ihr”, sage ich, “Mohammed hat aber auch nicht vor Jesus gewarnt.” Der Koranlehrer legt seinen Arm um meine Schulter.

Readers Edition, 1. Dezember 2009

Falsche Darstellung in Schulbüchern

Schulbücher zeigen den Islam und muslimische Gesellschaften als rückständig, so die Ergebnisse einer neuen Studie. Häufig werden alle Moslems über einen Kamm geschert. Doch die Darstellung war schon mal schlimmer.

Tagesspiegel, 15. September 2011

Schwester eines NSU-Mordopfers sagt Gauck ab

Warum die Schwester eines Hamburger NSU-Mordopfers der Einladung ins Schloss Bellevue nicht folgt: Das Schreiben von Aysen Tasköprü im (gekürzten) Wortlaut.

taz, 15. Februar 2013

Absurde Frage

Auch die Frage, zu wie viel Prozent man sich als Deutscher und zu wie viel Prozent als Türke, Araber oder einer anderen Ethnie zugehörig fühlt, ist absurd. Man kann sich 100 Prozent als Türke fühlen und ebenso zu 100 Prozent als Deutscher, aber auch zu 100 Prozent als Bayern München-Fan oder als Umweltaktivist. Diese eindimensionale Denkweise scheint aber für manche „alten“, konservativen Köpfe immer noch als Maßstab zu gelten. Deutschland ist aber ein Land, das sich wandelt. Ein Land, das dabei ist, vielfältiger zu werden und mehrdimensional zu denken. Dies sollten gerade auch die Parteien berücksichtigen, die in letzter Zeit, z.B. bei den Wahlen in Niedersachsen, nur sehr knapp verloren haben.

Deutsch Türkische Nachrichten, 24. Februar 2013

Gauck wünscht sich vorurteilsfreien Dialog

Sie ist die kleine Schwester der Deutschen Islamkonferenz: die Junge Islamkonferenz. Bundespräsident Joachim Gauck sagte zum Auftakt ihrer Bundeskonferenz im Schloss Bellevue, er wünsche sich einen "offenen und vorurteilsfreien Dialog".

B 5, 8. März 2013

Ein Muslim bekreuzigt sich

Den Rest des Gottesdienstes meistert Baris locker. Bei den Kirchenliedern ist er textsicher, und auch das Vaterunser spricht er flüssig. Am Ende macht er mit der Hand ein Kreuz. Wie ein richtiger Christ. Doch Baris ist Muslim.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. April 2013

Gefühl der Überlegenheit

Auch das Verhältnis von Muslimen zu Andersgläubigen (Christen und Juden) sowie zu Ungläubigen (alle anderen) ist aus westlicher Sicht schwierig. "In keinem muslimischen Land haben Nicht-Muslime die gleichen Rechte wie Muslime", berichtete die Expertin. Viele Muslime gingen davon aus, dass der Islam als jüngste der Offenbarungsreligionen die beste sei. Damit gehe bei vielen gläubigen Muslimen ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber anderen Menschen einher. "Das muss man sich einfach klarmachen", so Breuer.

Siegener Zeitung, 9. April 2013

Schura-Vorsitzender nimmt Stellung

Gegenüber der salafistischen Theologie habe ich ähnliche Bedenken, wie ich sie gegenüber den Thesen von Khorchide ebenfalls habe. Da Khorchide mittlerweile sehr gut in der deutschen Presselandschaft vernetzt ist, hätte er wenigstens diese Meldungen zur Kenntnis nehmen können, bevor er mir über die konservative Schiene eine Nähe zum Salafismus vorwirft. Zudem vertritt die Schura Niedersachsen in diesem Bundesland seit fast 15 Jahren -mit Ausnahme der Salafisten- unabhängig von ethnischer und konfessioneller Zugehörigkeit oder Rechtsschule beinahe alle Moschee-Gemeinden außer den Ditib-Gemeinden, die eigenständig organisiert sind.

Deutsch-Türkische Nachrichten, 13. April 2013

Starpianist mit Gefängnis bedroht

Ein paar Tweets mit Folgen: Weil der türkische Starpianist und Komponist Fazil Say nach Ansicht eines Gerichts in mehreren Twitter-Mitteilungen die "religiösen Werte eines Teils der Bevölkerung" verletzt hat, wurde er nun wegen Islam-Beleidigung zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Zeit online, 15. April 2013

Dieses Urteil ist inzwischen wieder aufgehoben worden. 26. April 2013

Verbrechen gegen die Menschlichkeit?

Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW) wirft der Regierung Burmas Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Sie bezeichnen das Vorgehen gegen die muslimischen Minderheit Rohingya im Teilstaat Rakhine in einem Bericht als „ethnische Säuberung“. Sowohl die örtliche Polizei, das Militär, Behörden sowie buddhistische Mönche seien beteiligt. Die Regierung weist jedoch diese Vorwürfe zurück.

Radio Vatikan, 22. April 2013

Bostoner Moschee distanziert sich von mutmaßlichen Attentätern

Eine Bostoner Moschee hat sich von den beiden mutmasslichen Attentätern der Bombenattacke auf den Marathonlauf distanziert.

Die Brüder Tamerlan (†26) und Dzhokhar Tsarnaev (19) hätten das muslimische Gotteshaus allenfalls sporadisch besucht, teilte die Islamische Gesellschaft von Boston mit.

Blick, 23. April 2013

Eine Erfolgsgeschichte

24. April 2013. "Die Geschichte der alevitischen Bewegung in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte" (Martin Sökefeld). Vor wenigen Jahren noch kaum bekannt, sind die Aleviten inzwischen europaweit wohlorganisiert, politisch aktiv und gelten als gesellschaftlich gut integriert. Die eigenständigen Züge der religiösen und kulturellen Traditionen treten verstärkt hervor. Nicht wenige sprechen sogar davon, dass das Alevitentum nicht nur klar vom Islam zu unterscheiden sei, sondern außerhalb des Islam stehe.

Der EZW-Text 211 „Aleviten in Deutschland“ ist in einer zweiten, erweiterten Auflage erschienen. Der bisherige Umfang wird durch interessante zusätzliche Texte ergänzt.

Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW)

Was Emel Dölek in der ersten Klasse der Karlschule unterrichtet, könnten auch Christen gerade noch in ihrer Allgemeinbildung wiederfinden: „Wie oft beten Muslime am Tag?“ fragt sie die Schüler. Und: „Zu welchen Zeiten beten sie?“

Schulen wollen mehr Islam-Unterricht

Dass die Erstklässler die Antworten auf diese Fragen in ihrer Schule bekommen, ist nicht selbstverständlich: Die Karlschule und die Wilhelmschule gehören zu 20 Grundschulen in Baden-Württemberg, die am Modellprojekt „Islamischer Religionsunterricht“ teilnehmen.

Schwäbische Zeitung, 25. April 2013

Mehrheit hält Islam für eine Bedrohung

Die meisten Deutschen sehen ihr Leben durch die Vielfalt der Religionen bereichert. In einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung sagten aber auch 51 Prozent, sie sähen im Islam eine Bedrohung. In Ostdeutschland, wo es kaum Muslime gibt, sind es sogar 57 Prozent, heißt es im "Religionsmonitor" der Stiftung.

ntv, 29. April 2013

Die Vielfalt des Islam

Für alle Muslime gelten die "Fünf Säulen des Islam": Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka. Wie die rund 1,2 Milliarden Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft ihre Religion jedoch umsetzen, hängt von der Kultur und der Gesellschaft ab, in der sie leben. Bei der Untersuchung der Themen "Glaube und Kultur", "Männer und Frauen", "Frieden und Gewalt" und "Wissen und Fortschritt" wird die Vielfalt des Islam deutlich.

ARD, 3. Mai 2013

Im Islam mehr gefunden

Die Jahre nach 2000 waren unruhige. Scheidung der Eltern, Gesamtschule Friedenstal, Berufsbildungsjahr, Ausbildung zum Hotelfachmann, Tätigkeiten in verschiedenen Fünf-Sterne-Hotels. "Da muss es noch mehr geben", sagte sich Lars Rottmann. Gefunden hat er es im Islam und bei der Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat, die an der Maschstraße eine Moschee errichten wollen.

Neue Westfälische, 4. Mai 2013

Deutsche Islamkonferenz vor Zerreißprobe

Die Deutsche Islamkonferenz steht vor der Zerreißprobe. Weil bei der Sitzung am Dienstag (07.05.2013) die Frage von Prävention gegen Extremismus oben auf der Agenda steht, haben sich zwei muslimische Verbände zurückgezogen. Der Präsident des Deutschen Städtetages, Ulrich Maly, erläutert im Morgenecho-Interview, wie die Kluft zwischen Muslimen und Staat überbrückt werden kann.

WDR, 7. Mai 2013

Schlichten mit der Scharia

Auch Mürvet Öztürk, integrationspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, nicht. Sie betont, es wäre „nicht statthaft, wenn außergerichtliche Schlichter Opfer von Straftaten davon abhielten, vor Gericht zu gehen“. Aber wenn es so etwas gebe, „muss man die konkreten Fälle benennen und nicht, wie die CDU-Fraktion, mit Mutmaßungen und Unterstellungen arbeiten“. Öztürk selbst will aktiv werden: Sie werde in ihrem Wahlkreis Lahn-Dill in den muslimischen Gemeinden nachfragen, ob dort Streitschlichter tätig sind.

Frankfurter Rundschau, 13. Mai 2013

Islam-Unterricht an 27 hessischen Schulen

An 27 hessischen Schulen wird ab dem kommenden Schuljahr islamischer Religionsunterricht angeboten. Wie Kultusministerin Nicola Beer (FDP) am Donnerstag im Hessischen Landtag sagte, werden rund 440 Jungen und Mädchen an Grundschulen „quer durch Hessen“ unterrichtet. Das Fach werde zunächst für Erstklässler eingeführt und dann Jahr für Jahr für eine weitere Klassenstufe ausgeweitet.

Echo online, 16. Mai 2013

Gewalt im Irak nimmt wieder zu

Die Gewalt geht vornehmlich von Ablegern der Extremistenorganisation al Kaida und anderen sunnitischen Gruppen aus, die mit vielen Anschlägen die von Schiiten dominierte Regierung schwächen wollen. Zudem verschärft sich die Lage im Irak zunehmend durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien.

Stern online, 20. Mai 2013

In England immer mehr Angriffe gegen Muslime

Ein Land in Aufruhr: Nach dem bestialischen Mord am Soldaten Lee Rigby (†25) explodiert die Zahl der Angriffe gegen Muslime – verbal und physisch.

Blick, 25. Mai 2013

Amina Wadud leitet Freitagsgebet

Die streitbare Amina Wadud hat weltweit Aufsehen erregt, weil sie als erste Frau ein Freitagsgebet leitete, in New York City.

Deutschlandfunk, 27. Mai 2013

Stigmatisierung folgt altbekanntem Muster

Diese Beispiele der Stigmatisierung einer ganzen Bevölkerungsgruppe folgen einem altbekannten Muster. Ausgehend von der Prämisse einer eigenen zivilisatorischen Überlegenheit, wird eine "Verunreinigung" von Kultur und Gesellschaft durch die Zielgruppe postuliert. Im Fall muslimischer Amerikaner geht dies auch von Vorstellungen vom Islam aus, die der Literaturwissenschaftler Edward Said als Orientalismus definiert hat. Dieses Vorurteil vom rückständigen Barbaren wird dadurch verstärkt, dass Muslime irrtümlicherweise häufig mit Arabern gleichgesetzt werden, die - in Saids Worten - zumeist mit Erdöl oder Terrorismus in Verbindung gebracht werden.

Telepolis, 2. Juni 2013

Aufgelesen (II)







Montag, 18. März 2013

Wüstenei

Günther Jauch als hilfloser Moderator

Günther Jauch erweist sich immer wieder als unfähig, Gespräche über schwierige Themen so zu steuern, dass man versteht, worum es geht. So ist es auch gestern Abend gewesen, als der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, Ferid Heider als Imam aus Berlin, der Aussteiger aus der islamistischen Szene Barino Barsoum, die Journalistin Güner Balci und der Journalist Yassin Musharbash über das Thema "Im Namen Allahs - Was tun gegen Deutschlands Gotteskrieger?" diskutieren sollten. Jauch saß hilflos daneben, wenn sich Heider, Barsoum und Balci immer wieder gegenseitig ins Wort fielen.

Mit Koran-Kenntnissen glänzte der Moderator auch nicht. So blieben Zitate im Raum stehen, wurden Zusammenhänge nicht hergestellt. Die spannende Frage, ob so genannte "Gotteskrieger" den Koran richtig verstehen oder missbrauchen, ist nicht einmal angeschnitten worden. Auch aus der Bibel könnte man so manches herauslesen, was mit unserer Verfassung nicht übereinstimmt. Man müsste nur verschweigen, dass man laufend aus dem Alten Testament zitiert. Die Zeugen Jehovas sind ein Beispiel dafür, was man auf diesem Gebiet der biblischen Missverständnisse so alles anrichten kann.

Ich werde mich auch weiterhin gegen die Forderung wehren, der Islam müsse aus Deutschland vertrieben werden. Das ist für mich ein genauso gefährliches Gedankengut wie jede andere Form von Fanatismus. Ein anonymer Kommentator hat das bislang noch nicht begriffen. Der bedrohte und beschimpfte heute um 10.41 Uhr ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Freien Wähler Wilhelmshaven, das nach eigenen Angaben während der Mitgliederversammlung am 14. Dezember 2011 im Heppenser Gemeindehaus attackiert worden ist. Dieses Vorstandsmitglied sei "verlogen", "fett" und müsse damit rechnen, "irgendwann...noch mal richtig (sein) Fett wegzukriegen", schrieb dieser anonyme Kommentator zu einem Beitrag, den ich am 23. November 2012 über die Verhandlung verfasst habe, die am 3. April 2013 vor dem Wilhelmshavener Amtsgericht stattfinden soll.

Darüber habe ich inzwischen das Wilhelmshavener Amtsgericht informiert. Die Verhandlung muss wohl unter Polizeischutz stattfinden...