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Mittwoch, 4. Mai 2016

Aufgelesen (XV)

Terror ohne Grundlage im Islam

IslamiQ: Terroristische Anschläge verdichten den Generalverdacht gegenüber Muslimen. Wie kann man dem als muslimischer Bürger entgegentreten?

Aiman Mazyek: Indem man weiter klar aufzeigt, dass dieser Terror keine Grundlage in der Religion hat und dass die Mehrheit der Opfer dieses schrecklichen und menschenverachtenden Terrors weltweit Muslime sind.

Burhan Kesici: Genau. Außerdem sage ich immer, dass wir 4,5 Millionen Muslime in Deutschland haben und sehr friedlich miteinander leben. Wenn der Islam tatsächlich Gewalt von den Gläubigen gegenüber den anderen fordern würde, so wie es uns vorgeworfen wird, dann hätten wir eine ganz andere Situation in Deutschland.

IslamiQ, 1. Januar 2016

Wenn man aus der Bibel vorliest und behauptet: "Das steht im Koran"

Wie reagieren die Menschen, wenn man die Bibel als Koran verkleidet und ihnen daraus vorliest? Die holländischen Youtuber Alexander Spoor und Sacha Harland haben das auf den Straßen von Den Haag getestet: Sie lesen in ihrem "Holy Quran Experiment" Passanten besonders brutale Passagen aus der Bibel vor, die zu Gewalttaten, zur Unterdrückung der Frau oder zur Todesstrafe für Homosexuelle auffordern. Auf dem Buchdeckel steht in großer Schrift "De Heilige Koran". Die beiden jungen Männer fragen im Anschluss nach den Meinungen und Einschätzungen der Testpersonen. Die Reaktionen reichen von "Das ist lächerlich" bis hin zu "Wie kann man an so etwas glauben?" und "Der Koran ist viel aggressiver als die Bibel". Nach einigen Minuten wird die Situation dann aufgelöst. Die Passanten reagieren erstaunt, als sie erkennen, dass ihnen aus der Bibel vorgelesen wurde.

Zeit online, 10. Januar 2016

Der Islam und Gewalt

domradio.de: Warum es es eigentlich so, dass einem Europäer beim Stichwort Terrorismus zuallererst der Islam in den Sinn kommt?
Hamideh Mohagheghi (Islamische Religionswissenschaftlerin am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften der Universität Paderborn): Es ist leider so, dass in den letzten Jahren tatsächlich die Aktivitäten oder terroristische Anschläge von muslimischen extremen Gruppierungen sehr stark im Fokus der Medien sind. Es ist klar, dass man damit auch sehr stark jede Form von Gewalt mit den Muslimen verbindet.

Dom-Radio, 18. Janaur 2016

Größter Unterschied bei Geschlechterrollen

Der World Values Survey untersucht regelmäßig die Wertvorstellungen in verschiedenen Ländern der Welt. Was die Menschen in der islamischen Welt dieser Studie zufolge am meisten vom Westen trennt, ist nicht ihre Einstellung zu demokratischen Werten, sondern ihre Vorstellungen von Geschlechterrollen und Sexualität. Die Silvesternacht von Köln war im Grunde eine szenische Umsetzung dieses Befunds: Männer, die hierher kamen, weil sie in Freiheit leben wollen, zeigten überdeutlich, dass ihre Vorstellungen von Frauen und Sexualität nicht zu unserer Realität passen.


Frauen im Koran und in der Bibel

Das “Cicero”-Interview mit Peter Sloterdijk (“Es gibt keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung.”) ist in den Medien bereits ausreichend gewürdigt worden, seine Pegida-nahen Thesen sollen hier nicht wiederholt werden. In der Januar-Ausgabe dieses Magazins geht es aber auch um die Frauen-Rolle im Islam. Der Politik-Wissenschaftler und Autor Hamed Abdel-Samad meint: “Eine Religion, die die Frau entweder als Besitz oder Gefahr sieht, ist Teil des Problems.”
Hier weiter nachdenken, 1. Februar 2016

Youtuber erklären den Islam

Was steckt hinter dem Begriff Dschihad? Und ruft der Koran zur Gewalt auf? Gemeinsam mit prominenten Youtubern will die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) mit Erklärvideos im Internet zu einem besseren Verständnis des Islam beitragen. „Wir wollen das Netz nicht dem Hass und den Extremisten überlassen“, erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU).

Schweriner Volkszeitung, 8. Februar 2016

Zwei werfen sich die Bälle zu

Mindestens genauso grotesk wie die Szenen mit James mutet der Monolog Kienzles über den Islam und die Entstehung des Islamismus an, bei dem Lanz Kienzle immer wieder durch bestätigende Zwischenkommentare die Bälle zuspielt. Es scheint als hätten sich da zwei gesucht und gefunden. Weshalb Lanz sich so auf die Seite von Kienzle schlägt, ist nicht zu erklären. Vermutlich hat er ähnlich wie Kienzle bis jetzt wenig Erfahrung mit den Repressionen denen viele Frauen im Islam ausgesetzt sind.

Tichys Einblick, 12. Februar 2016

Übergriffe häufen sich

Es war gegen 21.45 Uhr, als eine Überwachungskamera am 31. Januar 2016 zwei vermummte Gestalten nahe der Yunus Emre Moschee im saarländischen Neunkirchen erfasste. Die beiden Unbekannten bewegten sich auf die Moschee zu, holten plötzlich zwei Flaschen hervor, zündeten den in Benzin getränkten Stofflappen im Flaschenhals an und warfen den Molotow-Cocktail in den Hof der Moschee. Die Brandsätze gingen in Flammen auf, verletzt wurde jedoch glücklicherweise niemand.

Rheinische Post, 24. Februar 2016

Gleichberechtigung ist möglich

Gleichberechtigung im Islam ist möglich, davon ist Sineb El Masrar überzeugt. Seit Jahren tritt die deutsche Publizistin mit marokkanischen Wurzeln für die Freiheit muslimischer Frauen und gegen Ausgrenzung ein.

Bayerischer Rundfunk, 26. Februar 2016

Der Salafisten-Prediger Pierre Vogel und "Bild"
Jetzt taucht im Netz ein Video von Pierre Vogel auf. Er meldet sich aus Frankfurt, hat die “Bild”-Zeitung in der Hand, die behauptet, dass die 15-jährige Messerstecherin aus dem Hauptbahnhof zu Hannover ihre “Terror-Laufbahn mit 7” begonnen habe. Veröffentlicht wird ein Foto von Pierre Vogel, daneben steht ein Foto von Safia. Das Video hat den Titel “Safia aus Hannover und das Messer”.
Hier weiterlesen, "Tjadens Welt", 4. März 2016 

Kein Islam bei Facebook

Islam erwischte es Mitte Februar, als er, gerade auf einer Konferenz in München, die Facebook-App auf dem Handy öffnete - ein Routine-Fingertipp also, wie so oft, Tag für Tag. Nun legte sich aber ein Sperrbildschirm über die App, Islam sollte seinen Namen bestätigen, er tippte ihn ein. Vorname, Mittelname, Nachname. Doch jedes Mal bekam er die Antwort: Der Name verstoße gegen die Namensrichtlinien. So erzählt es der 33-Jährige.

Spiegel online, 8. März 2016

Islam und Frauenrechte kein Widerspruch

Islam und Frauenrechte seien kein Widerspruch, sagte die Publizistin Sineb El Masrar im Deutschlandfunk. Es gebe aber zu wenige Muslime, die öffentlich für ein anderes Frauen- und Männerbild stritten. Die muslimischen Verbände in Deutschland kritisierte sie scharf.

Deutschlandfunk, 29. März 2016

Kein Grund zur Angst

Die Angst vor einer übermächtigen Welle des Islam, die Deutschland überrollen könnte, wollte Pfarrer Dr. Ludger Kauling, nicht gelten lassen. Wer sich davor fürchte, müsse zunächst die Frage stellen, wie stark die eigene Identität und der eigene Glaube sei. 

Halbwissen über den Islam

Auch das Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland sieht die islam-kritischen Äußerungen von AfD-Spitzenpolitikern mit Sorge.

Präsident Sternberg sagte im Kölner Domradio, die Partei spreche mit einem sehr schwachen Halbwissen über den Islam - eine große Weltreligion, die natürlich sehr differenziert sei. Ebenso rede die AfD mit Halbwissen über die christlich fundierte Kultur Europas. Diese sei auch nicht so schlicht, wie die AfD sie beschreibe. Sternberg betonte, es werde wohl niemand mehr bestreiten, dass Muslime zu Deutschland gehörten, ebenso wie der Islam. Das geplante AfD-Parteiprogramm setze auf den Beifall einer breiten Öffentlichkeit - und argumentiere daher mit Parolen.

Die AfD-Vizevorsitzende von Storch hatte erklärt, der Islam sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar und damit bundesweit Kritik auf sich gezogen, unter anderem von muslimischen Verbänden.

Deutschlandfunk, 18. April 2016

Auch der Himmel wird bunt

Nicht nur hier unten, auf den Straßen und Plätzen, auch im Himmel über Deutschland geht es zunehmend bunt zu. "Deutschland ist demografisch zu einem multireligiösen Land geworden", verkündet Christine Langenfeld, Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), bei der Vorstellung des SVR-Jahresgutachtens mit dem Titel "Viele Götter, ein Staat: Religiöse Vielfalt und Teilhabe im Einwanderungsland".

Die Welt, 26. April 2016

Demokratie und Islam kein Widerspruch

"Der Islam gehört nicht zu Deutschland", behauptet die AfD. Dabei gibt es zahlreiche Beispiele, die das Gegenteil beweisen. An den deutschen Hochschulen etwa. Vier Zentren für Islamische Theologie sind dort - mit Unterstützung der Bundesregierung - nach und nach entstanden. In Niedersachsen wird seit fast vier Jahren an der Universität Osnabrück Islamische Theologie gelehrt. Und zwar erfolgreich. Trotz aller Debatten um den Islam in Deutschland.

NDR, 4. Mai 2016

Aufgelesen (XVI)

Dienstag, 20. Januar 2015

Aufgelesen (X)

Präventionsstelle heißt "beRATen"

Hannover - 10. Dezember 2014. Die niedersächsische Präventionsstelle gegen neo-salafistische Radikalisierung wird "beRATen" heißen. Unter Federführung von Sozialministerin Cornelia Rundt und unter enger Beteiligung der islamischen Verbände DITIB und SCHURA sowie der Universität Osnabrück wurde der Trägerverein für diese Beratungsstelle heute im Gästehaus der Landesregierung gegründet.

„Die Präventionsstelle "beRATen" wird ein wichtiges Instrument sein, um Familien unter die Arme zu greifen, in denen junge Menschen unter dem Einfluss der menschenverachtenden Ideologie von Hasspredigern und Djihadisten stehen", erklärte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt. Das Beratungsangebot werde sich in erster Linie an die Angehörigen junger Menschen richten, die in neo-salafistischen Extremismus und Gewalt abzudriften drohten. „Dass wir uns mit den islamischen Verbänden und weiteren Partnern auf den Aufbau dieses Präventionsangebots einigen konnten, ist ein großer Erfolg", betonte Rundt: „Statt wie zuvor die Muslime mit anlassunabhängigen Moscheekontrollen und Exremisten-Checklisten unter einen Generalverdacht zu stellen, setzen wir nun auf vertrauensvolle Kooperation. Die islamischen Verbände werden eng eingebunden in die Präventionsarbeit, die damit besser akzeptiert und wesentlich erfolgversprechender aufgestellt sein wird."

Der heutigen Trägervereinsgründung waren Verhandlungen vorausgegangen, an denen auch die Universität Osnabrück beteiligt war. Es bestand Einigkeit in der Einschätzung, dass die Präventionsstelle in freier Trägerschaft betrieben werden soll - eine weitere Abgrenzung von der vorherigen Ansiedlung der Präventionsarbeit beim Verfassungsschutz, die eventuelle Adressaten abgeschreckt hatte. „Für die Universität Osnabrück ist es nicht zuletzt als Trägerin des Instituts für Islamische Theologie ein wichtiges gesellschaftspolitisches Anliegen, den interreligiösen Dialog zu fördern und für die Toleranz einzutreten", erläutert der Präsident der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Wolfgang Lücke: „Allein deshalb ist es für uns selbstverständlich, gegen neosalafistische Bewegungen vorzugehen und die neue Beratungsstelle zu unterstützen."

Die Kosten für die Geschäftsstelle sowie die drei Beraterinnen und Berater werden vom Land getragen. Das Angebot soll landesweit aufgestellt und durch aufsuchende Sozial- und Beratungsarbeit geprägt sein. Neben DITIB, SCHURA, der Uni Osnabrück und dem Land zählen der Landesjugendring Niedersachsen, der Niedersächsische Städtetag, Herr Marks vom Landespräventionsrat und Herr Dr. Marcus, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, zu den Gründungsmitgliedern.

„Keiner, der wegen der Radikalisierung eines Angehörigen beunruhigt ist, muss mehr Angst haben, dass er diesen an den Verfassungsschutz ausliefert", sagte der DITIB-Vorsitzende Yilmaz Kiliç: „Die neue Beratungsstelle wird von den islamischen Verbänden mit getragen und ist unabhängig - wir setzen auf Vertrauen und werden so tatsächlich helfen können." Der SCHURA-Vorsitzende Avni Altiner ergänzte: „Wir sind froh, dass das Thema nun beim Sozialministerium angesiedelt ist und endlich als gesellschaftliches Problem erkannt wurde, und auch als solches behandelt wird. Ebenfalls sind wir der Landesregierung dankbar für den respektvollen Umgang mit den muslimischen Bürgern in Niedersachsen, das zeigt das man hier auf Augenhöhe miteinander arbeitet. Die Vorgängerregierung hat viel Porzellan zerschlagen, das wir nun wieder aufkehren müssen. Es ist gut, dass die Präventionsarbeit jetzt beim Sozialministerium angesiedelt ist."

Die Präventionsstelle gegen neo-salafistische Radikalisierung wird Ratsuchenden Wege für die Abwendung von gewaltbezogener und extremistischer Ideologie und eine Reintegration in die Gesellschaft aufzeigen und dabei begleiten. Betroffene sowie insbesondere Familienangehörige, Freunde und Bekannte aus dem privaten, schulischen und beruflichen Umfeld von Radikalisierung Betroffener junger Menschen werden Beratung und Unterstützung finden. „Ich möchte an dieser Stelle noch einmal unterstreichen, dass neo-salafistische Radikalisierung weder ein rein religiöses noch integrationspolitisches Problem ist", sagte Cornelia Rundt, „sondern ein äußerst ernst zu nehmendes gesellschaftliches Phänomen darstellt, von dem besonders junge Männer betroffen sind."

Der Verein wird nun schnell den Aufbau einer Geschäftsstelle und die Einstellung der Beraterinnen und Berater vorantreiben. In einem ersten Beschluss entschied der Vereinsvorstand, bereits an diesem Samstag eine Stellenanzeige zu schalten. Außerdem wurde die Freischaltung einer Telefon-Hotline zur Erstberatung von Rat und Hilfe suchenden Menschen bekannt gegeben. Unter der hannoverschen Rufnummer
0511 - 700 520 40 erreichen Ratsuchende werktags von 9.00 bis 15.00 Uhr qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, die mit dem Anrufer über die Situation sprechen, erste Hinweise geben und den Kontakt zu Beraterinnen und Beratern - für Niedersachsen künftig auch zu „beRATen" - herstellen. Hierüber können auch erste Gespräche auf Türkisch, Arabisch und Russisch vermittelt werden.

Pegida will Herr im Hause sein

Die abendlichen Kundgebungen dienen indessen nicht der Solidarität, sondern der Abgrenzung von "fremden Konflikten". Anstoß für die Aktionen "gegen Islamisierung" sei eine Demonstration von PKK-Anhängern in Dresden gewesen, gab Initiator Lutz Bachmann zu Protokoll. Dass diese im Mittleren Osten gegen Islamisten kämpft, spielte für ihn keine Rolle. Bei Pegida heißt es schlicht: Keine "Glaubens- und Stellvertreterkriege auf deutschem Boden". Pegida geht es nicht um analytische Präzision, vielmehr appelliert man an das "Herr-im-Haus-Gefühl".

Spiegel online, 12. Dezember 2014

Zentralrat der Juden nimmt Muslime in Schutz

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt davor, die islamfeindliche Pegida-Bewegung zu unterschätzen. Und nimmt zugleich die Muslime in Deutschland in Schutz.

Die Welt, 20. Dezember 2014

Churchill faszniert vom Islam

Winston Churchill war vom Islam fasziniert. So sehr, dass seine Familie fürchtete, er würde konvertieren. Das geht aus einem jetzt entdeckten Brief hervor.

Spiegel online, 28. Dezember 2014


Reformation ohne muslimischen Luther
Der Islam braucht eine Reformation. Das ist kein Ruf nach einem muslimischen Luther, sehr wohl aber nach einer Auseinandersetzung darüber, wie wir unsere Religion interpretieren. Wie aber können wir diese Auseinandersetzung so führen, dass sie auch von der muslimischen Gemeinschaft getragen und akzeptiert wird?
Jeder reformatorische Ansatz muss zunächst damit umgehen, dass der Koran im Islam als wortwörtliche Offenbarung Gottes an den Propheten Mohammed gilt.

Die Zeit, 1. Januar 2015

Koran keine Tötungslizenz

Jene, die der fundamentalistischen Auslegung der Koransuren zur Gewalt entgegentreten, berufen sich auf ganz andere Suren, etwa Koran 5:32: „Wenn jemand einen Menschen tötet, der keinen anderen getötet, auch sonst kein Unheil auf Erden gestiftet hat, so ist‘s, als töte er die Menschen allesamt.“ Die Behauptung, der Koran sei in seiner Gesamtheit ein Werk, das zu Gewalt aufruft und dem Gewalt inhärent ist, trifft nicht zu. Jeder liest heraus, was er will.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Januar 2015

Klare Worte von der Bundeskanzlerin

Und es geht weiter: "Der Islam gehört zu Deutschland", für diesen Satz hat Ex-Bundespräsident Christian Wulff auch aus CDU-Kreisen vor gut vier Jahren viel politische Prügel bezogen. Angela Merkel hat ihn damals unterstützt und auch diesen in konservativen Kreisen umstrittenen Satz schon mehrfach so gesagt. Nun wiederholt sie ihn in der aufgeheizten Diskussion um Pegida - und riskiert damit, bei etlichen Wählern auf Unverständnis zu stoßen.

Spiegel online, 12. Januar 2015

Nur Mekka-Koran zeitlos

Taha hatte es gewagt, in seinem Werk "Die zweite Botschaft des Islam" einen Teil des Korantextes zu kritisieren. Seines Erachtens gilt nur der in Mekka 610 bis 622 offenbarte Koran als zeitlos, weil er universal sinnstiftende Lehren im ethischen Sinne beinhaltet. Die von Muhammad als Staatsmann einer irdischen Gemeinde in Medina 622 bis 632 verkündeten Koranstellen seien hingegen nur im historischen Kontext zu begreifen. Indirekt thematisierte er so auch eines der Tabuthemen des innerislamischen Diskurses, nämlich das Phänomen der Gewalt in der Gemeinde des Propheten, das bis heute Extremisten als Legitimationsgrundlage dient.

Süddeutsche Zeitung, 20. Januar 2015